Montag, 17. Februar 2020
Portfolio minimieren
Mrz 24

Erstellt von: Thomas Huber
24.03.2010 17:17 

Ein App-Store an sich ist eine tolle Sache. Er ermöglicht einem Entwickler die Bezahlfunktion und einiges andere mehr vom App-Store zu nutzen, dadurch wird dem Entwickler einiges an Arbeit abgenommen. Ein Käufer einer App kann über den App-Store eine Rückabwicklung anstoßen, sollte die App nicht gefallen.

Der App-Store ist in noch viel mehr belangen ein gutes Konstrukt für Entwickler, um zum Kunden zu kommen. Gleichzeitig schränkt aber Apple den iPhone-Kunden dahingehend ein ausschließlich über den App-Store an neue Applikationen zu kommen, das sogenannte Sideloading ist demnach untersagt.

Mittlerweile hat jedes Smartphone-Betriebssystem seinen eigenen App-Store:
 - iPhone-App-Store (der erfolgreichste Store)
 - Android Marketplace (auf den Versen)
 - Ovi Store (manche mögen unken, dass er schon der erste Store ist, der nicht ganz so erfolgreich ist)
 - Windows Mobile Marketplace (ein Reinfall)
 - Blackberry Marketplace (ebenfalls ein Reinfall)

Nun, was macht den iPhone-App-Store so erfolgreich? Die Liste ist nicht zynisch gemeint:
 - der Zwang einzig über den App-Store auf das Gerät zu kommen
 - Apple hat nur einen einzigen Formfaktor, nur eine Auflösung, durch eine einheitliche Firmware-Update-Strategie kann selbst das iPhone 2G mit einer aktuellen Firmware ausgestattet werden
 - Apple verdient Geld mit dem App-Store, gibt Geld für Werbung aus, die den App-Store ins Zentrum stellt
 - das iPhone hat als erstes Smartphone den App-Store so erfolgreich in das Betriebssystem hineinverankert

Was könnte nun gefährlich am App-Store sein?
 - Entwickler sehen sich vermehrt im Hamsterrad, viele Apps gibt es mehrfach im App-Store, das günstigste oder das kostenlose Angebot wird dann bevorzugt
 - Apple hält sich die Tür offen Applikationen nach freiem Ermessen nicht in den App-Store zu zulassen
 - Apple kann zu jeder Zeit die AGBs abändern, die AGBs basieren auf kalifornischem und können auch nur dort eingeklagt werden
 - es dürfen keine Funktionen nachgebildet werden, die das iPhone bereits ab Werk mit bringt
 - verbindet man eine App mit einem Webseiten-Login, so muss für diesen Webseiten-Login ein kostenloser, frei zugänglicher Webseiten-Zugang vorhanden sein
 - werden Zahlvorgänge über diesen Webseiten-Login abgewickelt besteht die Möglichkeit ausgeschlossen zu werden. Apple verhält sich an dieser Stelle uneinheitlich, Firmen wie Sixt können Apps entwickeln mit denen man Autos mietet, die Bezahlfunktion liegt bei Sixt. Andere, kleinere Firmen haben hier des Öfteren das Nachsehen (weitere nützliche Informationen finden sich in der iX Ausgabe 1/2010 Seite 103)

All diese Schattenseiten kommen nur dadurch wirklich zum Tragen, dass sie mit dem Verbot des Sideloadings von Apps verknüpft sind. Im Android Betriebssystem existiert eine Option in der Systemsteuerung, die es erlaubt auch Installationsprogramme (APK-Dateien) ausserhalb des App-Stores zu installieren. Bei Symbian gibt es seit jeher die .sis Dateien, die durch ein Zertifikat signiert und mit den nötigen Berechtigungen ausgestattet werden können, das Gleiche gilt für Windows Mobile mit den .cab-Dateien, sowie für Blackberry mit den .jar-Dateien.

Man erkennt also wieso die Appstore-Zahlen beeindruckend wirken, sie aber letztendlich nicht mit den Zahlen der anderen Plattformen vergleichbar sind. Microsoft versucht mit Windows Phone 7 ebenfalls einen Marketplace-Zwang ein zu führen. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht so kommen wird.
 

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