Freitag, 4. Dezember 2020
Portfolio minimieren
Mai 6

Erstellt von: Thomas Huber
06.05.2010 12:05 

Steve Jobs schmeisst nicht zuletzt wegen dem Stromverbrauch Flash vom iPhone und iPad. Intel braucht ewig um den Stromverbrauch des Smartphone-Prozessors Moorestown dort hin zu bringen, wo er heute ist.
Aber vielleicht sollte der Artikel auch heissen:
Software schaftt Hardware, schafft Software, schafft Hardware, schafft Software.

Auf der mocomed 2007 haben wir für inprimo eine Stromverbrauchs-Messung der damals gängigen mobilen Endgeräte durchgeführt. Die damals gemessenen Werte sind immer noch gute Richtschnüre für heutige Einschätzungen inprimo.org/information/Fachartikel-Mocomed.pdf

Woran merken wir, das Strom verbraucht wird? Bei einem guten Laptop sollte mit einem System, bei dem nicht viel passiert eigentlich kein Lüfter laufen. Machen wir einen kleinen Test und versuchen nach zu voll ziehen wieso Steve Jobs Flash verbannt. Ich habe es mir angewöhnt zwei Browser zu nutzen:
Browser 1: Firefox ohne installiertem Flash (mein normaler Wald- und Wiesen-Browser)
Browser 2: Internet Explorer mit installiertem Flash (nutze ich nur, wenn Flash benötigt wird)

Wir nehmen also den Laptop vom Stromnetz, stellen nochmal sicher, dass er in den richtigen Energie-(Spar-)Modus geht, starten den Internet Explorer und gehen auf eine Seite, wo man viel Flash-Werbung vermutet - gehen wir mal auf wetter.com . Und lassen den Laptop einfach für drei Minuten stehen und beobachten, wie der Lüfter losgeht.
Nach dieser beeindruckenden Demonstration  :)   beenden wir den Internet Explorer und gehen mit Firefox auf die selbe Seite und lassen den Laptop erneut 3 Minuten stehen und wir freuen uns über die Ruhe.

Ich will es nicht alleine auf Flash schieben - mittlerweile gibt es enorm lästige JavaScript-Bannerwerbung, die den Lüfter zum Heulen bringt - eigentlich will ich es auf die bescheuerten Werbegrafiker schieben, die für diese geistigen Ergüsse gevierteilt werden sollten.

Zurück zu dem was ich eigentlich sagen wollte - Intel hat sich mächtig reingekniet - hier kann man ein paar Dinge nachlesen:
www.heise.de/mobil/meldung/Intels-Atom-Prozessor-Moorestown-fuer-Smartphones-und-Slates-993397.html
carrypad.com/2010/05/05/intel-unveils-atom-z6xx-smartphone-platform/
www.engadget.com/2010/05/05/intel-reaches-for-the-smartphone-zone-with-moorestown-based-at/

Ebenfalls beachtlich - LG als letzter Mohikaner an Intels Seite hat nicht mehr vor das LG GW990 auf den Markt zu bringen. Auf der Heise-Seite wird als Idle-Stromverbrauch für das Gesamt-Atom-System ein Wert von 21 mW  angegeben. Bei unseren Messungen hat ein HTC Smartphone im Idle aber bei aktiviertem GPRS-Modul 18 mW verbraucht (gemessen direkt am Akku). Dann gibt Intel an bei einem 1500mAh-Akku 48 Stunden MP3 abspielen zu können. Ein Atom z600-System müsste also ca. 115mW verbrauchen - unser HTC Smartphone hat damals 250mW verbraucht.
Wir haben damals als Fazit gezogen, ein Smartphone arbeitet am effizientesten, wenn es wenig zu tun hat. Wenn wir also einen Task-Manager vor unserem geistigen erscheinen lassen und dieser eine wellige Linie um die untere 20%-Linie herum zeichnet - dort ist Wohlfühlbereich für eine aktiv laufende Applikation.Hat man aber einen andauernd laufenden Hintergrund-Prozess, der sich dann auch noch regelmäßig mit Servern verbindet muss man sich zurücknehmen und darf nur in kurzen Phasen über die 5%-Hürde.

Wobei - diese Frage stellt sich nicht mehr in einem Walled Garden, wie dem iPhone oder Windows Phone 7.
Bei inprimo entwickelten wir eine Mobile-Sports-Monitoring-Applikation für Windows Mobile, diese ist komplett Stressresistent gegen hereinkommende Anrufe. Der Anruf wird angenommen, die Applikation wandert in den Hintergrund, sammelt die Daten weiter, kann sie nur nicht weiterleiten, weil die "Leitung" durch den Anruf gerade blockiert ist - also griff der "Funkloch-Puffer-Algorithmus" der Monitoring-App. Am Ende des Gesprächs konnte die App die zwischenzeitlich gesammelten Daten an die Plattform schicken. Beim iPhone ist es so - man stellt ein Ziel im Navi ein - ein Anruf kommt herein - die Applikation wird beendet - nach dem Anruf stellt der Benutzer den Zielort erneut ein   :)   www.pocketnavigation.de/article/view_764_2101__navigon-mobilenavigator-fuers-iphone/3.5.43.html
Während sich Apple schon mit einem Task schwer tut beweist einmal mehr das Betriebssystem Symbian aus welchem Holz es geschnitzt ist: web96.homer.kundenserver42.de/
62 Parallele Aplikationen - Symbian OS ist mit Abstand der resourcenschonendste Layer in der Smartphone-OS-Welt - mit Qt lässt es sich mittlerweile angenehm programmieren - Symbian wird mMn grundlos von Analysten und Journalisten totgequatscht.

Um nochmal auf die Überschrift zurück zu kommen - was ist einem mobile-App-Entwickler also lieber?
 - Ein Walled Garden, wo man stromverbrauchstechnisch erst gar keinen Fehler machen kann, weil man stark gegängelt wird.
 - Ein offenes System, wie bei Symbian oder Windows Mobile, wo erfahrene Entwickler hervorragende Applikationen entwickeln können.
 

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